Bei Operationen zur Behandlung gutartiger Ovarialerkrankungen wird allgemein empfohlen, so viel funktionelles Ovarialgewebe wie möglich zu bewahren, beispielsweise durch eine Zystektomie oder die Entfernung eines soliden Tumors aus dem Ovar. Eine vollständige Oophorektomie wird erst dann in Betracht gezogen, wenn das Ovarialgewebe nicht mehr erhalten werden kann oder die Versuche zur Erhaltung des Gewebes nicht ausreichend erfolgreich sind.
Aspiration und Fenestration versus Ovarzystektomie
Aspiration von Zysteninhalten:
- Nicht empfohlen: Kein Gewebe für Histopathologie, Zytologie der Zystenflüssigkeit unzuverlässig für Ausschluss von Malignität.
- Rezidivrate: Bis zu 65 %.
- Komplikationsrate: 2,6 %.
- Vergleich: Keine besseren Ergebnisse als einfache Beobachtung.
Fenestration:
- Methode: Entfernen eines vollschichtigen, quadratischen Teils der Zystenwand zur Schaffung eines Fensters.
- Probleme seltener: Im Vergleich zur Aspiration.
- Risiko bei malignen Zysten: Verschütten maligner Zellen in die Peritonealhöhle möglich.
- Zystektomie weiterhin bevorzugt
Zystektomie:
- Bevorzugtes Verfahren: Für die Behandlung von benignen Ovarialzysten.
Sklerotherapie nach Aspiration:
- Methode: Injektion von Methotrexat, Tetracyclin, Alkohol oder Erythromycin nach Aspiration.
- Rezidivrate: 4 bis 38 % an Zystenpersistenz oder -rezidiv.
- Unklarheit: Wirksamkeit gegenüber abwartender Behandlung nicht ausreichend kontrolliert.
Referenz:
- Zanetta G, Lissoni A, Torri V, et al. Role of puncture and aspiration in expectant management of simple ovarian cysts: a randomised study. BMJ 1996; 313:1110.
- Díaz de la Noval B, Rodríguez Suárez MJ, Fernández Ferrera CB, et al. Transvaginal Ultrasound-Guided Fine-Needle Aspiration of Adnexal Cysts With a Low Risk of Malignancy: Our Experience and Recommendations. J Ultrasound Med 2020; 39:1787.
- Mesogitis S, Daskalakis G, Pilalis A, et al. Management of ovarian cysts with aspiration and methotrexate injection. Radiology 2005; 235:668.